Selbstwirksamkeit
Selbstwirksamkeit ist ein Weg für individuelle Resilienz. Er beschreibt das Vertrauen in die eigene Fähigkeiten und eigenes Können. Menschen halten sich in der Lage, neue Dinge erfolgreich zu lernen, Einfluss zu nehmen und damit Herausforderungen zu bewältigen. Dieser Weg ist eng mit dem Gefühl der Authentizität und einer Selbstakzeptanz verknüpft.

Die Kybernetik wurde von Norbert Wiener im Jahre 1948 als interdisziplinäre Wissenschaft dynamischer Systeme begründet. Kybernetische Systeme basieren auf mindestens einem rückgekoppelten Regelkreis, der die Funktion hat, einen Gleichgewichtszustand aufrechtzuerhalten. Störungen von außen werden als „Informationen“ an bestimmte Systemelemente weitergegeben und setzen den Regelungsmechanismus in Gang.
Kybernetisches Denken spielt auch im Radikalen Konstruktivismus eine wichtige Rolle, vor allem durch die Arbeiten von Heinz von Foerster, einem Mitbegründer der Kybernetik, der sich u.a. mit dem Problem der Selbstorganisation kybernetischer Systeme befaßt hat. Sehr eingewirkt hat sie in den letzten Jahren auf die kybernetische Systemtheorie, die von ihr abgeleitete Soziokybernetik und der Konstruktivismus. Von allen drei wurde die Philosophie und Ökonomie beeinflusst. Gleichrangig für die Kybernetik steht die mit ihr verbundene Kybernetische Psychologie. In den Mittelpunkt zirkulären Handelns und Denkens stellen wir deshalb die Prinzipien der Selbstorganisation und -regulation.
Die folgende Geschichte soll das Prinzip der Selbstorganisation symbolisieren:
„Während eines bitterkalten Winters kommt es zu einer gefährlichen Hungersnot in einem Nomadenstamm im hohen Norden von Alaska. Wie es das Stammesgesetz vorschreibt, beschliesst der Häuptling, die beiden ältesten Frauen als unnütze Esser zurückzulassen, um den Stamm zu retten. Doch die beiden alten Indianerfrauen geben nicht auf. Sie besinnen sich auf ihre uralten Fähigkeiten, die sie längst vergessen geglaubt haben und überleben.“
Velma Wallis [1994] beschreibt in einer überlieferten Legende ihres Volkes mit dem Titel „Zwei alte Frauen“ sehr natürlich und sehr lebensnah, was Selbstorganisation vermag, wenn Menschen überleben wollen. Leben und überleben will sicher jeder Mensch auf seine Weise. Er kann es aber eher, wenn er in einer selbststeuernden oder selbstorganisatorisch geprägten kreativen Umgebung erlebt, zu was er fähig ist.