Selbstorganisation

Sie definiert ihre grundlegende Struktur als Funktion der Erfahrung mit sich und seiner Umwelt. Bereits diese von Farley und Clark [1954] formulierte Definition des Begriffes "Selbstorganisation" besitzt starke Zusammenhänge mit aktuellen Themen der Gegenwart wie der Kybernetik neuronaler Netze.

Folgende Regel ist für selbstorganisierende Systeme bezeichnend:

  1. Die Beschaffenheit eines Systems hat auf die einzelnen Personen
    desselben Einfluss.
  2. Sie entscheiden selbst, wie sie auf Begrenzungen des Systems reagieren
    müssen.
  3. Entsprechend handeln sie.

Selbstorganisierende Systemen arbeiten

  • mit vernetzten, d. h. kommunikativen Bausteinen
  • es bestehen einfache Regeln (Kritikbereitschaft z. B.) und
  • einfache Handlungsstrukturen (flache Hierarchien z. B.)
  • die sich unvorhergesehenen Situationen und veränderten Bedingungen
    schnell anpassen . können. Dies ist der Hauptvorteil gegenüber der
    Selbstregulation im Sinne Banduras.

Eine Gruppe hat auf den einzelnen derselben durch Sprache, Sprachinhalte, Aktivitäten, Interessen, Intensität und Form der Beziehung Einfluss. Die einzelnen Gruppenmitglieder „entscheiden“ wiederum. selbst, wie sie auf die anderen, geleitet durch ihre Emotionen und Gedanken (Themenwahl) reagieren. Der Gruppe oder der einzelne Gesprächspartner handelt isr entsprechend kreativ. Selbstorganisation zeigt sich in vielen Abläufen wie Ökonomie, Soziologie und Psychologie.

Soziale Systeme können umfangreiche Aufgaben bewältigen, obwohl die

  • Grundinteressen der Mitglieder einfach sind.
  • Veränderungen in der Umgebung des Systems kann dieses bewegen,
  • anderes zu tun, als vorher beabsichtigt war.
  • Ein Verhalten eines Mitglieds kann das Verhalten aller beeinflussen.
  • Wenn ein Klient durch eine Beratung sein Verhalten ändern will oder soll, bedarf es keiner Veränderung desselben alleine. Eine Lösung bietet sich an durch das mit ihm verbundene System, d.h. die mit ihm sozial oder ökonomisch verbundene Gruppe,
  1.  in der er integriert ist
  2. kommuniziert
  3. handelt und
  4. aus Erfahrung lernt [Lernen aus Erfahrung, Wilfred Bion,1992].

Der entscheidende Sinn der Selbstorganisation im Gegensatz zu zielorientierten Systemen besteht darin, dass Menschen rekursiv kommunizieren und eindeutige Ziele auf keinen Fall vorhersehbar sind.

Nicht das Ziel ist somit primär entscheidend, sondern

  • die kommunikative Erfahrung
  • die kreative Kooperation
  • die Entwicklung der Zusammenarbeit mit Gruppen oder Einzelpersonen

Selbstorganisierende Systeme sind deshalb

  1.  anpassungsfähig
  2. störungsresistent
  3. einfach
  4. effektiv
  5. in einem Wort autopoietisch (sich selbst entwickelnd, auf sich selbst bezogen und sich
    selbst erhaltend)

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